Finanzberater ja oder nein ?
Muß man als erfolgreicher Selbstständiger einen Finanzberater haben ?
Dies Mail hat mich doch etwas verwundert, die meisten sind doch mit Aufbau eines Geschäftes beschäftigt und all den vielen Dingen die da so drumrum zu erledigen sind, Waren, Lagerhaltung, Geschäft, Struktur, Vertrieb, Werbung, Angestellte, Finanzierung. Zu diesen interessanten Dingen erhalte ich auch unzählige Fragen, aber diese Frage hat mich dann doch etwas verwundert.
Ein junger und auch recht geschäftstüchtiger , ja sogar erfolgreicher Mann stellte mir diese Frage, und das auch nicht ganz ohne Grund, nicht wenige fangen ihren Broterwerb ja nicht bei Null oder auch minus 100 000 €uronen oder mehr an, es gibt auch jenige welche, die genügend Eigenkapital zur Verfügung haben. In der Regel stellen aber genau diese solch eine Frage nicht, da sie meistens in irgendeiner Form in die Firmen- oder Eigentumsverhältnisse ihrer Eltern oder anderen Verwandtschaftsformen verbandelt sind, in denen die eigenen Finanzdienstleister dies alles weiterführen.
Nun gibt es aber auch einige Wenige die eventuell durch eine Erbschaft zu etwas Geld gekommen sind, und nun garnicht so recht wissen, wie plötzlich mit diesem , mehr oder weniger, Reichtum umgehen, verwalten oder gar vermehren, nicht selten steht damit die langersehnte Selbstständigkeit im Mittelpunkt, hat man doch nun etwas Geld seinen langgehegten Traum zu verwirklichen, und das geerbte Gut oder Geld schnell zu verbraten ;-)
Finanzberater....Finanzverbrater....Finanzverbrenner ?!?
Nun steht man halt da mit all dem Geld, und fragt sich nun, was tun so auf die Schnelle, nicht selten kommt dann gleich der Gedanke….Finanzdienstleister oder Finanzberater, mit dem Zusatz, wie mache ich aus dem was ich habe noch viel mehr. Aus welchen Gründen auch immer setzt beim Menschen irgendwie die Gier ein wenn es ums Geld geht, selten wird dann noch rational , sachlich und emotionslos gedacht.
Wer kennt sie denn nicht, die genau in diesem Moment auf dem Radar erscheinenden Finanzberater, dabei spielt es keine Rolle ob von der Bank oder aus dem privaten Sector, irgendwoher erfahren diese immer vom unverhofften Vermögen, und natürlich haben sie auch gleich langerdachte und superlukrative Finanzmodelle in Petto, wie man innerhalb kurzer Zeit sein Geld vervielfältigen kann.
Nun möchte ich um Himmelswillen keinem Finanzberater von vornherein böse Absichten vorwerfen, aber die meisten die ich bisher kennenlernen durfte, hatten….genau…keinen Euro eigenes Kapital, rühmten sich aber mit Geld von zahlungskräftigen Investoren, damit will ich sagen sie schmückten sich halt mit Federn fremder Vögel.
Ja ich höre es ganau jetzt schon, viel Stimmen sagen wieder “ ja was sie da sagen hat ja weder Hand noch Fuß” ich habe ja schon dies und jenes erfolgreich…bla bla bla. Ich schreibe hier nur von meinen Erfahrungen, nicht von denen die eventuell andere gemacht haben, und wie ich mir da so sicher sein kann, na ich sag mal so, ich hatte eigene Projekte. Selbstverständlich auch viele Projekte von Bekannten und Verwandten in die man ebenfalls gut inverstieren konnte, jedoch haperte es immer an Barvermögen, und mal ehrlich , wem nützt den Geld über welches man im Ernstfall nicht verfügen kann wie man will, oder gar noch eine Strafgebühr zahlen soll wenn man sein eigenes Geld wiederhaben möchte.
Jedenfalls, waren eben genau diese Leute meist nicht in der Lage, auch nur einen kleinen Betrag beizusteuern, womit natürlich mein Vertrauen in diese Menschen in den Keller gesunken ist. Es gibt natürlich nicht nur schwarze Schafe, nein nein, einige verstehen ihr Handwerk, aber diese werden nie irgendwen zu einer überstürzten Investition auffordern, sondern alle Eventualitäten exakt durchspielen und dies auch sachlich erläutern können, auch mit allen Möglichkeiten der möglichen Verluste in einem Problemfall.
Wenn ein solcher “Überspezialist” sich mal selbst so in den Himmel loben sollte, fragt ihn einfach mal wieso er denn noch arbeitet und nicht an irgendeinem Sonnenstrand sein Vermögen verlebt, oder seinem Hobby nachgeht, ausgenommen es wäre das Geldverdienen mit Finanzdienstleistungen als Hobby.
Wenn er ein solcher Spezialist ist wie er vorgibt, lasst Euch mal eine seiner Möglichkeiten erläutern, sollte diese ungeahnte Milliönchen in kurzer Zeit versprechen, dann fordert ihn einfach mal auf Euch sein Vermögen (soweit vorhanden ) zu überschreiben, bis auf den Betrag den Ihr investieren solltet. Diesen kann er ja dann in seine eigene Idee investieren, in selbiger kurzen Zeit genauso erfolgreich sein wie vorher, und Ihr hättet gut schnelles Geld verdient. Willigt er nicht ein, sollte man hinterfragen warum nicht .
Ein Finanzberater kann auch hilfreich sein !
Aber nun mal zur guten Seite der Medaille, wer ein eigenes Unternehmen führt, hat meist genug mit den wichtigen Dingen zu tun, mit Auftragsbeschaffung, Kundenkontakten und evtl. Partnerfirmen, da muß man sich nicht auch noch um die unwichtigen Dinge kümmern müssen. Wem es als nicht ganz fremd sein sollte, bestimmte Aufgabebereiche aus der Hand zu geben, der sollte dies natürlich auch tun, schließlich ist man ja Chef geworden um die Fäden zu führen und nicht um die anfallenden Arbeiten selbst zu verrichten. Gewöhnlich hört bei Geld ja die Freundschaft auf, und genau aus diesem Grund nimmt man sich dann einen Finanzberater, damit er nicht auf dumme Gedanken kommt wird er natürlich auch in die persönliche Haftung genommen.
Bei diesen Sachen natürlich aufpassen, die Verträge genauestens ausarbeiten, keine unbegrenzten Kontovollmachten ausstellen, in jedem Fall eine schriftliche Transaktionsbestätigung vorschreiben, eventuell ein zweites Konto einrichten, mit einem begrenzten Verfügungsbetrag. Lasst Euch wöchentlich eine Übersicht aller Transaktionen vorlegen, alle Gewinne und Verluste offen legen.
Niemals mit irgendwelchen Ausreden vertrösten lassen, damit beginnt nämlich aller Ärger, auf festgelegte Termine bestehen.
Fazit:
Es kann durchaus von Vorteil sein, einen Finanzberater oder Finanzdienstleister zu nutzen, aber immer im Auge behalten, was, wann wo und vor allem in welchem Umfang geschieht, gleiches gilt natürlich auch für Vermögensverwalter, Wirtschaftsberater und Steuerberater.
Behaltet immer im Kopf, es geht einzig und allein um Euer schwer verdientes Geld, und somit auch um Euer Leben, denn mit einem Bein steht man ja immer auch im Kn….. na das muß man ja nicht unbedingt aussprechen ;-)
In diesem Sinne bleibt Erfolgreich !


